KIAF 2010
Vom 9. bis 13. September 2010 stellt der kunst-raum auf der Korea International Art Fair in Seoul aus.
Besuchen Sie uns an Stand A-102!
Martin Herler "Durch die Blume"
Die Exposition "Martin Herler - Durch die Blume" mit seinen großformatigen und farbintensiven Blütenbildern ist der kulturelle Auftakt im Jubiläumsjahr des Unternehmens BASF.
26. Februar bis 18. April 2010
12:00 bis 18:00 Uhr
CHAMELEON TO THE NORTH - FIVE PAINTERS FROM BERLIN
Gruppenausstellung mit Arbeiten von u.a. Sebastian Heiner, Jörn Grothkopp, Lage Opedal und Pierre Fischer vom 15.01. bis 07.02.2010 im Haugesund Kunstforening, Norwegen.
„kollaps“
Gruppenausstellung u.a. mit Lucia Dellefant vom 16. Januar bis 22. Februar 2010 im Bochumer Kulturrat, Lothringer Str. 36, Bochum
Patrick Lemke WM 2010
NEWSLETTER 5/10 HIGHLIGHTS ZUR KULTURHAUPTSTADT
"Highlights zur Kulturhauptstadt" begrüßen die Besucher in der Galerie "kunst-raum". Mit 27 Positionen präsentiert Colmar Schulte-Goltz eine breit angelegte, sich ständig erneuernde Übersichtsschau, denn jedes verkaufte Bild wird durch ein neues desselben Künstlers ersetzt.
Neben bekannten Positionen präsentiert der Galerist Neueinsteiger: Den Essener Lokalmatador Wolfgang Kleber, der neben Schwarzweiß-Fotografien der 50er Jahre unbemerkt solche hängt, die gerade entstanden sind.
Ein Grund mehr genau hinzuschauen, denn jedes Bild der Ausstellung spielt mit den unscharfen Sehgewohnheiten der Besucher: Indem es historische Kontexte und Darstellungstechniken vermischt, indem es in scheinbar konventionellem Malstil kritisches Potenzial versteckt oder in moderner Technik überholte Traditionen leer laufen lässt.
Neu hinzugekommen sind Künstler, die 2010 im "kunst-raum" ihr Debüt feierten oder noch feiern werden. Angela Schilling hat dieses Jahr Einblick in ihr Werk gezeigt mit silbern metallischen Crash-Skulpturen, entstanden aus Kollisionen von Vögeln mit Autos. Sie erweitert sie jetzt mit Pistolengipsreliefs, der Titel "Love at first sight". Auf andere Künstler dürfen wir ebenfalls gespannt sein. Michael Dekker, Alpay Efe, Jan Holthoff, Patrizia Lohmann und Vittorio Zambardi sind ebenfalls neu dabei.
Zambardi verwandelt bereits jetzt die hohen, weißen Räume in eine Galerie der Schönheiten in Hochovalen in Öl auf Holz, indem er Stars seiner Zeit in historische Kontexte von gestern transportiert. Lady Gaga erscheint als mondäne Rokokodame, Bo Derek als Heiligenfigur des 18. Jhdt., wobei der Italiener Gestik und Mimik der Stars haargenau erfasst.
Alpay Efe stellt wartende Jugendliche, vermutlich türkischer Herkunft, in einer Subway-Szene vor dramatischen Lichteffekten dar und kontrastiert eine barock anmutende Malweise mit aktuellen Problemen von Migration.
Der Baselitz-Schüler Klaus Scheckenbach geht in seinen Skulpturen ironischer vor: Ein "Iron-Man", martialisch tätowiert und aus rohem Holz geschnitzt, trägt auf dem Rücken ein Kind. Zum Schutz gegen die Außenwelt oder schützt er das Kind im Mann?
"Jede große Ausstellung braucht einen Turm" und so baut Roland Schmitz seinem Galeristen einen 2.60 m hohen, knallroten aus Edelstahl im Latexgewand. Im Schaufenster tummelt sich derweil das "Leipziger Allerlei", magere, ausgedörrte Hunde, fast schon Hyänen des Kunstmarktes, die einen großen unverdaulichen Haufen davon übriglassen. Vieles noch gibt es zu sehen, gehen Sie ganz einfach hin!
Christiane Dressler / ruhrkunst.com
Bis 9.10., kunst-raum, Rü 56, di-fr 12-19, sa 10-16 Uhr
NEWSLETTER 4/10 MARTIN HERLER _ Time of my life
Farbe pur, prachtvolle Blüten im Großformat, Blumenkinder und solche des Wirtschaftswunders, Bergsteiger-, Aktbilder und betörende Portraits aus dem Reich der Mitte ziehen mit Martin Herlers Arbeiten in den kunst-raum ein!
Sie treiben die Stimmung hoch und nebeln traurige Momente ein, die als Subtext unter diesen schönen Bildern schwelen. Denn Martin Herler wäre kein Künstler der Galerie des Colmar Schulte-Goltz, wenn er nicht kritisches hinter dem Bekenntnis zur Ästhetik des Schönen verbergen würde.
Kunsthistorische Gattungen werden vom Künstler gekonnt zitiert, fröhlich leergemalt und neu besetzt: Mit dem Schein und den falschen Versprechen einer turbulenten Konsum- und Werbewelt, die immer schneller, weiter und bunter ist als die Klientel, die ihr nachfolgt und an sie glaubt.
Martin Herler ist Jungstar und Ben Willikens’ Meisterschüler, ohne dem Purismus des großen Lehrers aus München nur einen einzigen Pinselstrich zu widmen.
Zu eigenständig und farbig formuliert er seinen individuellen Duktus, der Reales und Fiktives verbindet, Altes verwischt und mit Neuem verschmilzt, der vor keinem Material als Malgrund Halt macht, auch nicht vor kitschigen Tüchern und Textilien, die der Künstler in einer geerbten Villa fand.
Wenn er malt, z.T. nach Musik die seine Kompositionen lenkt, scheint alles zu eigener Farbe zu gerinnen, die sich wie ein Schleier vor kunsthistorische Traditionen legt, ohne sie jemals zu negieren.
In seinen Portraits von Familien im Wirtschaftswunderland dekuvriert Herler einen Mythos, der heute nicht mehr zieht. Erstarren lässt Herler das Grinsen der fröhlichen Hausfrau, der lustigen Kinder und beflissenen Väter, zu schön malt er die nackten Körper und schnellen Autos, die Idylle im Garten, am See im Grünen, zu hoch den unbeschwerten Schwung auf der Schaukel oder das Gewehr der chinesischen Patrioten. Mit der Ästhetik der weich fließenden Farben friert er jeden falschen, dissonanten Unterton ein.
Authentisch und am wenigsten aufrührerisch wirken die Portraits und Blumenbilder, dort wo die Farbe sichtbar gesteigert ist. Denn hier leuchten die Fassaden so unverblümt schön, dass das Misstrauen keiner weiteren Steigerung durch Ironie bedarf.
Christiane Dressler / ruhrkunst.com
Bis 4.7., kunst-raum, Rü 56, di-fr 12-19, sa 10-16 Uhr
NEWSLETTER 3/10 JAMES LARSEN _ Get ready for the magic wedding
Wer kann ihnen widerstehen? Den tropischen Blüten, Schmetterlingen, Paradiesvögeln, kulleräugigen Pandabären, den exotischen Farben und traumhaften Perspektiven, die zusammenfügen, was sonst auseinanderfällt.
Die neuen Bilder von James Larsen, verführen unsere Sinne, die Wahrnehmung und Phantasie, indem sie vorgaukeln, was es schon lange nicht mehr gibt und von dem auch der Künstler weiß, dass es ein Trugbild ist. Der Wunsch nach unberührter Natur, nach einer intakten Welt, der Einheit des Menschen mit sich selbst und der Natur.
Doch dieser Künstler ist nicht brutal, er tröstet uns. Er ist humorvoll, steht mit zwei Beinen im Leben, hat Spaß, seine Bilder zu signieren. Das hat er oft und zum Vergnügen der Käufer auf der Vernissage getan: "This is the property of..."
James Larsen tröstet uns. Er weiß, dass er verlorene Paradiese malt, verdrängte Sehnsüchte und berechtigte Wünsche mobilisiert. Dass die Welt anders ist, ist nicht seine Schuld, doch die des Betrachters, wenn sie so bleibt. Der Künstler jedenfalls drückt sich deutlich aus, wenn er Zivilisationsbrüche, kulturelle Desiderate, fehlgeschlagene Hoffnungen und den Menschen in falscher heimeliger Idylle malt.
Der Wahlaustralier mit skandinavischen Vorfahren, einer Kindheit in England und Australien und Studienaufenthalt in Indien kennt das Gefühl nicht zu Hause zu sein und bewahrt die Spuren seiner kulturellen Wanderungen in seinen großformatigen Bildern und für die Ausstellung eigens gefertigten Collagen. Asiatische Anklänge finden sich in flächigen sanften Horizonten und Zitaten chinesischer Tuschezeichnungen oder japanischer Holzschnitte, pop-artige Lineaturen deuten ironisch an, was der Künstler ausspart und der Betrachter assoziiert. Dann wiederum tauchen ausdrucksstark haptische Strukturen auf und interkulturelle Stereotypien wie das asiatische Teehaus, der amerikanische Wohnwagen, der Scout am Rande der Zivilisation oder die zu laut lachende Familie mit sorgsam gescheitelten Knaben und blond bezopften Mädchen.
Unbedingt anschauen! In diesem großformatigen Überblick und der eindrucksvollen Farbigkeit wird man den australischen Künstler hierzulande so schnell nicht wieder sehen.
Christiane Dressler / ruhrkunst.com
Bis 30.4., kunst-raum, Rü 56, di-fr 12-19, sa 10-16 Uhr
NEWSLETTER 2/10 ANGELA SCHILLING _ Woodward Avenue
Das Herz ist so groß wie die Faust. Das der Künstlerin ist größer, nähme man den Titel der Installation ernst "Selbstportrait oder Mein Herz schlägt". Es atmet, es pulsiert, liegt in einem Plexiglasgehäuse zur Besichtigung für den Betrachter da. Es hat die Gestalt eines roten Boxhandschuhs.
Angela Schilling, geb. 1970 in Bochum, wo sie heute wieder lebt, ist Meisterschülerin von Timm Ullrichs und Katharina Fritsch. Wie die ihrer Lehrer bürgt ihre Kunst für Themen, die unter den Nägeln brennen und hohe ästhetische Qualität.
"Woodward Avenue" ist der Titel der klar konzeptionierten, von allem Überfluss befreiten Ausstellung, die Raum gibt für die ästhetisch wunderbar reduzierten, dennoch narrativen Objekte. Sie erinnern an Detroit, wo die erste betonierte Bundesstraße gebaut wurde, um die frisch fabrizierten Schlitten vom und zum Werk rollen zu lassen. Schon damals ging technologischer Fortschritt mit tödlichen Folgen einher.
In Zinn gegossene Vogeltorsi, so lebendig wie der Tod auf der Straße beim Zusammenprall mit PKWs es zulässt, platziert sie auf Autoscheinwerfern, eingelassen in Säulen aus Aluminium. Von unten grell beleuchtet werfen die Körper der Tiere bizarre Schatten an die Wand. Die Stelen, linear in Reih und Glied aufgestellt, erinnern an den schnurgeraden Verlauf von Straßen mit ihrer die Natur zerschneidenden Lichtarchitektur.
Im Fenster der Galerie senkt eine Harke aus Stahl ihre Pfeile in ein weißes Kissen, hebt und senkt sich wieder und wieder in quälender Langsamkeit. Ein anderes Objekt stellt eine Kindersoldatin dar: Das Gewehr geschultert steht sie kniehoch in einem taghell beleuchteten Aquarium, an der Decke baumelt ein Miniaturpanzer, der auf Swarovski Steinen rollt. Jedes ihrer Objekte ist ein Kommentar zu gesellschaftlichen Missverhältnissen, so präzise, so wahr, dass er unter die Haut geht.
Angela Schilling ist zurückhaltend, bescheiden, effektiv und sie ist eine Frau der Tat. Sie schweißt, nagelt, feilt, färbt, poliert ihre stählernen Kunstobjekte, legt bei Bedarf elektrische Leitungen aus. Sämtliche Arbeitsvorgänge vollzieht sie eigenhändig, obwohl sie sie leicht delegieren könnte. Das jedoch widerspräche ihrem Verständnis von authentischem, ästhetisch perfektioniertem Kunstanspruch.
Christiane Dressler / ruhrkunst.com
Bis 13.03.2010, kunst-raum, Rü 56, di-fr 12-19. sa 10-16 Uhr u.n.V.
NEWSLETTER 01/10 - INDEX 09 _ Listen to your eyes
Wer meint 20 Künstler mit drei Arbeiten vereinten sich zu einer Ausstellung des großen Sammelsuriums, hat sich getäuscht, denn die Qualitätsanforderungen des Kurators behaupten sich: Innovation, Individualismus, Ästhetik, Authentizität und technisches Können lauten sie und präsentieren sich in den auf fast drei Etagen expandierenden Galerieräumen neu und variationsreich wie selten zuvor.
Die 8. Index-Gruppenausstellung ist es nun, ein Konzept, das Colmar Schulte-Goltz erfolgreich vertritt.
Doch dieses Jahr sind es besondere Kunsthäppchen, die der Besucher bekommt: Jeder Künstler zeigt je nach Größe der Arbeiten 2-3 Exponate. Was verkauft ist, kommt raus und Neues rein. Gut für die Galeristen, gut für die Besucher, denn so sortiert sich vieles neu.
Alle Arbeiten sind aus diesem Jahr, eigens Angefertigtes oder Besonderes aus dem Bestand, vorwiegend Malerei, aber auch Skulptur von Künstlern aus aller Welt: Europa, Kanada, USA, China, Künstler mit internationaler Ausstellungserfahrung.
Zentral in der breit angelegten Schau ist ein Bild von Ivo Lucas. Das Setting für ein sexistisch-erotisches Kabarett findet feierlich in der Bibliothek Friedrichs des Großen statt. Frauengestalten entwachsen Kandelabern, eine ist befangen in Fesselspielen – oder ist es schon ernst? – während Bauarbeiter Stoppschilder errichten, bevor die Phantasie des Betrachters abdriftet ins Uferlose.
Malstile, Zitate, historische Stile durchdringen sich, hier wie in den anderen Positionen auch, spielerisch, ironisch, aktuell. Thema sind gesellschaftlich brennende Fragen von heute und morgen.
So auch die Arbeiten des blutjungen türkischen Lüpertz-Schülers Alpay Efe. Die Sünden der Genusssucht werden in altmeisterlichem Gewand vermalt: Burger, Schokokugeln, Käseecken treffen auf Stilllebenrequisiten im Barockrahmen, Erziehungsmethoden und Kinderalpträume entfesseln sich im bürgerlich eingerichteten Spielzimmer.
Ein kulturelles Cross-Over findet in den Bildern von James Larsen statt, in asiatisch europäisch anmutenden Holzhäuschen, während Tiere in tropischer Landschaft magische Hochzeit feiern. Das possierliche Opossum, der Schmetterling, die Beutelratte, wie lange gibt es sie noch?
Nobert Bauer reduziert Rockgeschichte zu Posen oder inszeniert bürgerliche Katastrophenhysterie, während Martin Herler’s “buns“ durch Reihung im superflach farbigen Bildraum Fleischeslust entfachen.
Jeder der Künstler bürgt für Qualität, der Ausstellungstitel ist ein Appell: “Listen to your eyes“! Traue dem, was du siehst und nicht dem, was man über Kunst erzählt.
Nichts wie hin also und das Auge schärfen!
Christiane Dressler / ruhrkunst.com
Bis 30.01.2010, kunst-raum, Rüttenscheider Str.56,
Öffnungszeiten: Di-Fr 12-19, sa 10-16 Uhr
NEWSLETTER 04/09 - KIAF & Co.
Liebe Freunde des kunst-raums,
gerade sind wir aus Süd-Korea zurückgekommen, wo wir im dritten Jahr an der internationalen Kunstmesse KIAF in Seoul teilgenommen haben.
Auf unserem Messestand haben wir Werke von Lucia Dellefant, Uwe Groß, Jörn Grothkopp, Martin Herler, James Larsen, Ivo Lucas, Stephan Marienfeld und Wolfgang Neumann gezeigt und viele Arbeiten mit Erfolg vermitteln können.
Die „Seoul CT Gallery“ präsentiert von Oktober bis zum Jahresende die Ausstellung „European Artists“ mit Arbeiten von u.a. Lucia Dellefant, Martin Herler, James Larsen und Ivo Lucas.
Wir freuen uns über die Teilnahme von Lucia Dellefant an der diesjährigen Biennale in Peking.
Das „Museum of contemporary art“ in Seoul zeigt bis zum 15.11.2009 die Ausstellung „Organ Mix" mit Vera Lossau.
Zudem hat Vera Lossau am 1.10.2009 den 14. Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen durch Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff verliehen bekommen.
Bis zum 30.12.2009 ist Ivo Lucas in der Ausstellung „Quer geschnitten!“ im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld zu sehen. Daneben ist Ivo Lucas bis zum 11.10.2009 noch an der Ausstellung „Große Dujardin“ in der Brennerei Dujardin in Krefeld beteiligt.
Darauf einen Dujardin!
Natürlich sind wir ab sofort auch wieder für Sie in den komplett umgestalteten Galerieräumen auf der RÜ 56 erreichbar, wo wir nun Kunst auf drei Etagen zeigen. Schon jetzt möchten wir Sie auf die nächsten Termine im kunst-raum aufmerksam machen:
9. Oktober 2009 ab 19:30 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „You‘d better not believe every word you hear“ unseres Künstlers Norbert Bauer (Bremen)
13. November 2009 ab 19:30 Uhr
Eröffnung der Gruppenausstellung „INDEX´09 – listen to your eyes“
16 Künstler der Galerie zeigen Malerei, Fotografie und Skulptur.
Zu allen genannten Terminen laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Der KIAF-Messekatalog zur Ansicht:
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0.9 M |
NEWSLETTER 3/09 DEREK CURTIS _ Enchanted Garden
Lichter, höher, weiter, einfach schöner sieht es in den neuen Galerieräumen der Rü 56 aus, wo Colmar Schulte-Goltz und Oliver Noelte den kunst-raum auf zwei Etagen erweitert, dabei klarer und moderner gestaltet haben. Der Eingangsbereich gibt den Blick auf den mit Skulpturen bestückten Garten frei.
Eine Kindersoldatin mit Gewehr lädt qualmende Besucher zum Verweilen ein und im oberen Stock, auch hier wurden die Räume bis auf den Grundriss ausgeschalt, findet der Sammler Muße zum Verweilen im "collectors club". Und zum Bestaunen der Wechselausstellung, bestückt von ständigen Künstlern der Galerie.
Derzeit ausgestellt sind Arbeiten von Wolfgang Neuman, Lucia Dellefant, Uwe Groß, Jörn Grothkopp, Martin Herler, James Larsen, Künstler, die die Galerie vom 18.-22.09.09 auf der KIAF, der internationalen Kunstmesse Koreas in Seoul vorstellen wird.
Schwarzhumorige Arbeiten des Engländers Derek Curtis eröffnen die Saison und blenden den Besucher gleich im doppelten Sinn: Durch hochglänzende Lackfarben auf Aluminium, schwarzkonturig und akribisch genau vermalt, um die Farbillusion zu steigern und durch comicartige Verweise zu brechen. Und durch Inhalte, die den zu schönen Schein als Lüge entlarven.
Denn die schmucken Landschaften und Vorstadtparadiese haben es in sich: Die Berglandschaft einen todessüchtigen Mond, paradiesische Gärten bergen Giftiges. Neben Feen, Hasen und engelsgleichen Kindern wird sie von Tieren belebt, die es tierisch treiben: nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern auch im unmenschlichen Sinn. Gevatter Fuchs raucht, die betrunkene Biene taumelt, ein Affe setzt sich den tödlichen Schuss.
Vor floralen Mustern und paradiesisch anmutenden Tapisserien zerplatzt so jede Illusion, die märchenhaft romantische ebenso wie die postromantisch aufgewärmte.
Offensichtlicher wird der trügerische Schein, wenn Curtis seine Bildtafeln mit Phrasen der Werbewelt unterlegt. Das von Immobilienmaklern angepriesene Eigenheim mutiert zum Knusperhaus in Schräglage oder ein Damian Hirst zum Kunstrowdy im Rausch selbst verdienter Millionen einen Tag vor der Lehman Pleite.
Christiane Dressler / ruhrkunst.com
Bis 4.10., kunst-raum, Rü 56, di-fr 12-19, sa 10-16 Uhr





