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Montag, 20. Mai 2013

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nächste Ausstellung im kunst-raum:

SUMMER-JOURNEY _ Gruppenausstellung mit atelierfrischen Arbeiten aller Künstlerinnen und Künstler der Galerie
Laufzeit: 21. Juni bis 24. August 2013

Zur Ausstellungseröffnung am 21.Juni 2013 um 19:30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Die Künstlerinnen und Künstler sind zur Eröffnung anwesend.



white collar business
Noelte / Uessem / Schulte-Goltz


aktuelle Uessem-Arbeiten:
David Uessem / candy cane / Öl und Acryl auf Leinwand / 150 x 120 cm

David Uessem / mr. maxi monet / Öl und Acryl auf Leinwand / 120 x 180 cm

David Uessem / aeronautical / Öl und Acryl auf Leinwand / 140 x 120 cm

David Uessem / against the grain / Öl und Acryl auf Leinwand / 120 x 150 cm

David Uessem / goal keeper / Öl und Acryl auf Leinwand / 120 x 100 cm

David Uessem / shifted / Öl und Acryl auf Leinwand / 150 x 190 cm

David Uessem / priest / Öl und Acryl auf Leinwand / 150 x 120 cm


Einzelausstellung DAVID UESSEM _ learn to fly _

Laufzeit: 26. April bis 1. Juni 2013

David Uessem / wide receiver / Öl, Acryl auf Leinwand / 230 x 190 cm

DAVID UESSEM KATALOG

VIEW_UESSEM_CATALOGUE.pdf



Learn to fly ... David Uessems Debut im kunst-raum

Hip sein heißt cool sein, heißt stark sein, geradeaus zu blicken und den eigenen Weg zu bahnen. Mit David Uessem hat Colmar Schulte-Goltz einen professionellen Jungstar entdeckt, hochtalentiert und ästhetisch innovativ. Smart und dynamisch malt er wie ein Altmeister das Portrait der Generation Y - und sprengt dabei jede Malkonvention. Ausgerechnet Portraits hat er sich ausgesucht, eine Kunstgattung, die älter als klassisch ist und der man kaum Neues hinzufügen kann. Das jedenfalls kann ein Betrachter vermuten, der diese Arbeiten nicht kennt. Mit Kopfhörer, Fliegerkappe und Football-Helm treten die meist männlichen Models an, den Blick geradeaus und ohne Emotion. Aus der Nahsicht brennen sich ihre lichtglänzenden Blicke aus kristallklaren Pupillen ein, frontal, unausweichlich, sie lassen nicht los. Eindringlich ist die Präsenz der Dargestellten, hyperrealistisch die Malweise. Makellos sind alle Menschen und perfekt, auch wenn sie Fältchen und kleine Blessuren zutage tragen. Abbruch tut dies ihrer jugendlichen Schönheit nicht, denn gerade diese ist „bis in die letzte Pore erfasst“, so der Galerist. Doch bei aalglatter Perfektion bleibt Uessem nicht stehen, denn er sucht mehr als ein vordergründiges Programm. Mit 120-prozentiger Sehschärfe dringt er unter die Haut. Er seziert die glatten Oberflächen, zoomt sie heran, bläst sie auf. Er übertreibt und übersteigert die Farbe, leuchtet sie grell, bisweilen bis ins Unerträgliche aus. Dabei liebt er diese leicht schrundigen Oberflächen, durchwühlt sie malerisch, analytisch und liefert sie der zeitgenössischen Betrachtung aus. Hat er das Perfekte geschaffen, zerstört er es - mit dem Risiko, dass das Bild zerfällt. In seine ursprünglichen Bestandteile, ins Medium der Farbe, die Materie, die es ausmacht und wovon das Bild lebt. Uessem ist streng mit seinem Perfektionsanspruch, doch nicht gnadenlos. Er lässt uns den Schein dessen, was er Schönes schaffen kann, bevor er zu Rakel, Quast oder bretthartem Pinsel greift. Um die perfekten Oberflächen zu zerstören und manche Partien bis zur Unkenntlichkeit zerfließen zu lassen. Und so kann es kommen, dass ein kussroter Mund zur Blutspur gerinnt, Gesichter zerfransen, perfekte Konturen aus der Spur geraten. Dass der Dandy mit seiner Zigarre zerfließt oder ein jugendlicher Schönling zum glühenden Priester mutiert. Man kann diese Bilder lesen als Hymne an die Schönheit und ihre Vergänglichkeit, an die Kunst und ihre trügerische Abbildhaftigkeit. Doch bierernst ist es dem Künstler bei alldem nicht. Zu fest und positiv ist er im Zeitgeist verankert, den er bisweilen ironisch bricht. z.B. wenn er ein Selbstportrait für seinen Personalausweis nutzt.
Christiane Dressler
bis 1.6.2013, kunst-raum schulte-goltz+noelte, Rüttenscheider Str. 56, Di-Fr 12-19, Sa 10-16 Uhr



Die Farbe auf den Punkt gebracht

David Uessem traut sich was. Zeigt uns seine imposante Porträtmalerei, als wäre die Kunst der Kopfbilder nicht längst von den Gurskys und Ruffs verdrängt, mit ihren monumentalen, frontal fotografierten Gesichtern; diesen ebenso porentiefen wie klirrendkalten Menschenporträts, an deren glatter Oberfläche der Blick abprallt und sich doch immer wieder von der kolossalen Wirkung gefangen nehmen lässt.
Uessems Porträts aber sind keine bloßen Abbilder, keine glatten Gesichter ohne Gebrauchsspuren, auch wenn es meist junge Menschen sind, die mit Kopfhörer oder Football-Helm posieren. Der 31-Jährige hat einen Blick für jedes Fältchen und jede Blessur. Und wer nah herangeht, der läuft Gefahr, sich in den Augen von „Mr. Maxi Monet“ zu verlieren, im lebendigen Glanz der Pupillen; Uessems technisches Können ist ohne Frage meisterhaft.
Doch der junge Künstler ist mehr als ein begnadeter Menschenmaler, sondern verleiht seinen Porträts eine ganz eigene Ästhetik, indem er das perfekte Antlitz gleichzeitig verfremdet, wenn er am Ende des Malprozesses die noch frische Ölfarbe pastos verwischt, so als hätten sich seine Porträtierten den Mund mit ganz viel Farbe abgewischt. Ein Hauch von Abstraktion, der der altehrwürdigen Tradition der Porträtkunst frischen Atem verleiht.
Martina Schürmann, WAZ vom 2. Mai 2013



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